Erkenntnisse aus Jahren in der Entwicklung ökoponischer Industrieanlagen und Verfahren der praktischen Biologie sind in unsere kleine Anlage geflossen. In dieser sind alle komplexen Mechanismen der Bewohner und alle notwendigen Prozesse enthalten. Gleichzeitig konnten wir den technologischen Aufbau und den Wartungsaufwand auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Unser Ökoponik-System besteht aus einem Glastank (60cm x 30cm x 30cm), einer Luftheberpumpe und einer Lichtquelle.

Das reicht, um alle notwendigen Funktionen bereitzustellen, dank denen das Ökosystem auf kleinstem Raum gut gedeihen kann. Ein aquatisches Ökosystem wird durch die Temperatur, das Licht und die Strömung ermöglicht und angetrieben. Unser Ökoponik-System stellt einen Uferabschnitt eines kleinen Baches dar, der auf der Stelle fliesst. Eine effiziente und wartungsarme Luftheberpumpe treibt die Strömung an, die die ausgeschiedenen Feststoffe in Bewegung hält und die Nährstoffe zu den Wurzeln transportiert. In dem Glasbecken finden unzählige Arten Platz, um verschiedene Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Mit diesem System können sehr einfach Küchenreste verwertet und in frische Kräuter für die Küche umgewandelt werden. Auch deine eigene sauber produzierte Pflanzen-Medizin kann einfach angebaut und regelmässig genutzt werden. Außer dem Auffüllen des verdunsteten Wassers, dem Ernten von Pflanzen und dem Entsorgen von Küchenabfällen, ist es praktisch wartungsfrei. Es gibt einige einfache Regeln zu beachten, um dein eigenes Ökosystem während Jahrzehnten für deine Küche nutzen zu können und das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Arten entsprechend deinen Anforderungen wachsen zu lassen.

Durch das Design des Baches, der entlang der Vorderscheibe fliesst, sind selbst die kleinsten Prozesse und Verhaltensweisen direkt beobachtbar. Das Zusammenspiel von Wasser- und Landlebewesen ist ein mächtiger Reinigungsmechanismus, der unsere Natur säubert und antreibt.


Welche Pflanzen und Tiere eignen sich für die Anlage?

Grundsätzlich gilt: Experimentierfreude ist gefragt! Wir sind auch nach vielen Jahren Beschäftigung mit der Ökoponik manchmal überrascht, welche Pflanzen und Tiere sich in so einem System prächtig entwickeln und welche nicht. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der als so empfindlich geltende Basilikum sich ganz gut macht im System, solange er etwas erhöht steht? Nachfolgend haben wir einige Möglichkeiten aufgelistet, die in unserer Erfahrung gut funktionieren.

Geeignete Landtiere

Schnecken: Verwende klein bleibende Landschnecken-Arten mit oder ohne Häuschen. Sie fressen organische Abfälle auf dem Landteil und sind eine willkommene Nahrung für die Wasserbewohner. Da Schnecken eine hohe Luftfeuchtigkeit mögen, kriechen sie nicht aus dem Ökoponik-System heraus.

Würmer: Auch Würmer essen organische Abfälle. Sie besitzen viele nützliche Mikroorgansimen in ihrem Verdauungstrakt, die durch ihren Kot im System verteilt werden und den Pflanzen gut tun. Du kannst jede Art von Wurm in deinem System aussetzen.

Asseln: Die wirbellosen Asseln sind selten tagsüber untergwegs und verstecken sich lieber unter Steinen und Blätter. Sie wandern weit umher und verteilen ihren nährstoffreichen Kot überall auf dem Landteil.

Springschwänze: Sie sind sehr klein und schwierig zu entdecken, gehören aber zu einem wichtigen Teil des Bodens und haben unzählige Brüder und Schwestern. Sie werden von allen Wasserlebewesen gerne gegessen.

Geeignete Wasserlebewesen

Wasserschnecken

Posthornschnecke: Diese einheimsche Wasserschneckenart ist sehr erfolgreich an das Ökoponik-System angepasst. Es gibt verschiedenfarbige Zucht-varianten, von blau bis orange. Sie frisst fasst alles: tote Tiere, Nudeln wie auch fast alle Pflanzenreste. Sie besitzt als eine der wenigen Schneckenarten Hämoglobin als Sauerstofftransportmolekül im Blut, weshalb sie das „gleiche“ Blut wie wir Menschen besitzen.

Garnelen

Macrobrachium Assamense: Diese kleine Langarmgarnelenart vermehrt sich selbständig und ist friedlich. Sie beseitigt kranke und verletzte Fische und ist die Gesundheitspolizei des Systems. Sie häutet sich alle 20 Tage und bei zu hoher Wasserhärte kann sie rostige Flecken im Panzer bekommen, was die Häutung erschweren kann.

Neocaridina: Folgt.

Fische

Bitte suche dir deinen Fischbesatz passend zu deinem System und dessen Temperatur aus, nicht umgekehrt. Spezies denen dein Ökosystem gefällt, vermehren sich selbständig und du brauchst keine neuen kaufen.

Gara Rufa, rötliche Saugbarbe: Diese muntere Kleinfischart kommt aus den warmen, sauerstoffreichen Bächen der Türkei und wird in vielen Feriendestinationen als Medizinfisch zur menschlichen Hautpflege genutzt. Gara Rufas besitzen ein ausgesprochen komplexes Kommunikationsverhalten und vermehren sich erfolgreich bei der Dämmerung an den Uferzonen. Sie können sich extrem gut gegen die Strömung fortbewegen, robbend und kriechend, teils sogar auf dem Land oder durch das Rohr der Pumpe. Sie ernähren sich hauptsächlich von Aufwuchs, den sie mit ihrem Raspelmaul von den Steinen reiben.

Guppy: Der wegen seiner Vermehrungsfreudigkeit auch „Millionenfisch“ genannte Guppy entwickelt sich in unserem Ökoponik-System prächtig. Er liebt den Wechsel zwischen strömungsreichem Flussbereich und ruhigeren Bereichen und hält sich gerne in beiden auf. Guppys zeigen ein hochinteressantes Sozialverhalten und wenn man sie eine Weile beobachtet, kann man sowas wie einzelne Persönlichkeiten der Fische erkennen. Guppys kommen gut klar in grösseren Gruppen und vermehren sich rasant. Für sie sind Temperaturen von 20-28 Grad ideal.

Geeignete Pflanzen

Jamaika-Thymian (Plectranthus amboinicus): Diese Pflanze ist unglaublich widerstandskräftig und kommt mit langen Dürreperioden gleichermassen zurecht wie mit langanhaltenden Überschwemmungen. Seine grossen Blätter sind überaus saftig und zart und besitzen viele ätherische Öle, die die meisten Schädlinge auch von den Nachbarpflanzen vertreiben.

Wassernabel (Hydrocotyle): Ein MUSS für jedes Ökoponik-System. Diese hübsche Pflanze aus der ayurvedischen Medizin sollte einmal täglich konsumiert werden. Ihr Geschmack ist eine Kombination aus Peterli und Zitrus und passt in jeden Salat und viele andere Gerichte. Durch ihre kriechende Verbreitung kann sie nach einiger Zeit aus jeder Ecke spriessen. Dies ist aber kein Problem, da sie eine Art Sekundärpflanze ist, die die anderen Arten erst nach einer langen Zeit ohne Ernte langsam bedrängt.

Basilikum: Diverse Basilikum-Arten wachsen im Ökoponik-System sehr gut. Wichtig ist, dass der Basilikum genügend über der Wasseroberfläche gepflanzt wird, so dass Sauerstoff an einen Teil seiner Wurzeln kommt.